Stammeschronik von 1950 – 1959
1950 begann dann auch im Norden der Stadt die Pfadfinderarbeit. Helmut Pohlmann, der nach Fedderwardergroden gezogen war hatte hier die ersten Jungen gesammelt. Rektor Enneking und der Pfarrjugendführer Hans Marzallek waren damit einverstanden, daß hier eine Pfadfindergruppe entstand. Die Gruppenabende wurden in der Autogarage unter der Kirche gehalten. Als Helmut Pohlmann Wilhelmshaven verließ, übernahm Norbert die Gruppe. Später kam dann ein
Jungpfadfindertrupp dazu, den Paul Thaler viele Jahre treu geführt hat, bis er aus beruflichen Gründen Wilhelmshaven verließ.
Auch in Altengroden, wo Norbert wohnte, kamen einige Jungen zu ihm und wollten Pfadfinder werden. Für diese hielt Norbert die Gruppenabende zuerst in seiner Wohnung. Die Führung dieser Sippe übernahm später Herbert Schroth. Die Jungen waren sehr aktiv. Sie hatten sich einen alten Luftschutzbunker als Heim eingerichtet. Diese Sippe gehörte zum Stamm Fedderwardergroden.
So bestanden um diese Zeit in Wilhelmshaven 3 Stämme:
- in St. Marien der Stamm Chauken, Stammesführer Egon Raschke, Stammeskurat Vikar Leusder
- in St. Willehad der Stamm Friesen, Stammesführer Bernd Reher, Stammeskurat Kaplan Zurhake,
- in Christus König, Fedderwardergroden, der Stamm Sachsen, Stammesführer Norbert Brüchle, Stammeskurat Rektor Enneking
Das gemeinsame Erlebnis für die Pfadfinder dieser 3 Stämme war in jedem Sommer die l4tägige große Fahrt. Daran nahmen ca. 16 – 24 Jungen teil. Mit dem Fahrrad ging es
1950 in den Teutoburger Wald,
1951 ins Sauerland,
1952 ins Rheinland bis Bingen,
1953 nach Schleswig-Holstein,
1954 in den Teutoburger Wald,
1955 nach Schleswig-Holstein.
Diese Fahrten waren für die Jungen ein echtes Abenteuer. Sie mussten sich unterwegs bewähren als Amtsträger, Pannenmeister, Sanitäter, Säckelwart, Quartiermacher usw. Gute Kameradschaft und Hilfsbereitschaft wurden von jedem Einzelnen gefordert. Als Flachlandtiroler erlebten sie die beschwingte Landschaft mit Bergen, Tälern, Wäldern, Flüssen und Seen, die sie zu Hause sehr entbehrten. Außerdem fanden diese Fahrten großen Anklang, da die Kosten niedrig waren. Für 14 Tage reichten ca. 25,- bis 30,- DM pro Kopf.
Die Trupparbeit tritt in den Vordergrund
1956 wurden die 3 Stämme zusammengelegt. Dafür wurden 3 Stammesmeister ernannt:
- Stammesmeister Jungpfadfinder Dietrich Ehbrecht
- Stammesmeister Pfadfinder Alois Tilch
- Stammesmeister Rover Norbert Brüchle.
Seit dieser Zeit trat die Stammesarbeit nicht mehr so in Erscheinung. Die Trupparbeit wurde jetzt, infolge eines Bundesthingbeschlusses mehr in den Vordergrund gestellt.
Die Stammesmeister sind inzwischen abgetreten und Gaumeister haben ihre Arbeit übernommen. Die Pfadfinderarbeit läuft weiter auf größerer Ebene mit Aussicht auf bessere Qualität und größere Beständigkeit. Heute steht der Stamm in Wilhelmshaven mit einer Roverrunde (15 Rover und Jungrover), vier Pfadfindertrupps und zwei Jungpfadfindertrupps.
Dank an Alle
Abschließend möchte ich allen Führern, Kuraten und Amtsträgern meinen Dank für Ihre Mitarbeit aussprechen. Wenn ich auf 30 bzw. 35 Jahre Pfadfinderarbeit zurück blicke und die Pfadfinder dieser Jahre durchgehe, dann muss ich feststellen, daß alle eifrige und gute Pfadfinder sein wollten. Nicht alle sind es geblieben. Hoffen wir aber, dass sie alle das große Leben gewinnen.
Besonders danke ich aber auch meiner Frau. Sie hat stets ein verständnisvolles Herz für die Pfadfinder gehabt und mir oft Mut für die Arbeit zugesprochen. Seit 1948 führt sie die Gaukasse und seit 1956 die Stammeskasse, Viel Zeit und Mühe hat sie dafür aufgewendet, und manche Mark musste sie in die Beitragskasse stecken, wenn säumige Zahler plötzlich austraten. Seit Konni Pütz, den besten Gerätewart, den es je gab, sein Amt abgab, weil er zum Militär musste, muss sie auch noch Gerätewart sein. Unermüdlich und mit Korrektheit hat sie ihre Aufgaben erfüllt. Ein Heil solchen Mitarbeitern!
So dürfen wir heute mit Dankbarkeit und Freude auf 30 Jahre Pfadfinderarbeit und damit Jugendarbeit in unserer Stadt zurückblicken. Sie wurde mit Begeisterung und vielen Opfern getragen durch gute und schwere Jahre von opferbereiten und verantwortungsbewussten jungen Menschen.
Hoffen und wünschen wir, daß sich auch in Zukunft opferfreudige und verantwortungsvolle Führer finden, die die Jungen ein Stück Weges begleiten und ihnen helfen heranzureifen zu wahren und guten Menschen vor Gott, der Kirche und dem Vaterlande.
O R E M U S !

geschrieben 1961 zum 30 jährigen Stammesjubiläum

