Pfingsten wurde das 50 jährige Stammesjubiläum auf dem Gelände der Burg Kniphausen gefeiert.

Aus der Festschrift zum 50 jährigem Stammesjubiläum

Der Stamm Wilhelmshaven besteht seit 50 Jahren. Im folgenden möchten wir Ihnen einen, wenn auch nur kleinen, Einblick in unsere Stammesgeschichte verschaffen. Im Februar 1931 wurde der Stamm Wilhelmshaven-Rüstringen in die DPSG aufgenommen. Der Anfang wurde jedoch schon früher gemacht. In den Jahren 1923 – 1924 legte der katholische Jugendbund „Jungborn“ den Grundstein für den Stamm Wilhelmshaven.

1930 wurde die erste Große Fahrt gemacht. Sie führte die Pfadfinder in einem Fußmarsch von Wilhelmshaven über Nordenham, Huntebrück, Hude, Wildeshausen, Vechta nach Damme und zurück über Dinklage, Friesoythe, Zwischenahn nach Wilhelmshaven. Die 8 Reichsmark die pro Kopf zur Verfügung standen mussten für 14 Tage ausreichen.
Als 1930 die Leitung der „Pfadfinder im Jungborn“ nichts mehr von sich hören ließ, sah sich die Pfadfindergruppe nach einem anderen Verband um, um Pfadfinder bleiben zu können. Erster Feldmeister des Stammes war Norbert Brüchle. Der Stamm bestand aus zwei Pfadfindersippen und zwei Wölflingsrudeln. So ging das Pfadfinderleben weiter. 1932 zeigte sich, daß sich die Jugendarbeit der vorhergegangenen Jahre gelohnt hat. Die Anzahl der Jungen in den Jugendgruppen stieg auf über 130 an.
Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 wurden die Schwierigkeiten größer. 1934 wurden die Wände des Pfadfinderheimes von HJ-Führern mit Sprüchen wie „Hinein in die HJ“ beschmiert. 1935 wurde das tragen der Pfadfinderkluft verboten. Obwohl die Einschränkungen immer stärker wurden, ging die Pfadfinderarbeit weiter. 1938 wurde die DPSG in „Gemeinschaft St. Georg“ umbenannt. Bereits einen Monat später wurde sie unter Zwang wieder aufgelöst. Trotzdem ging es weiter. 1939 verstärkte sich der Druck der Nationalsozialisten. Es wurde immer schwieriger sich dagegen zu behaupten.
1940 – 1941: Die Reihen der Pfadfinder lichteten sich. Versammlungen fanden trotz Verdunkelung und Flugangriffen statt.
1942 waren nur noch wenige Wilhelmshavener Jungen zu Hause. Trotzdem lebte die Gemeinschaft weiter. Durch Feldpostbriefe wurden die Verbindungen aufrecht erhalten.
Bald nach dem Krieg wurde mit der Pfadfinderarbeit neu begonnen. 1947 entstand eine Pfadfindergruppe. Seit dem entstanden in Wilhelmshaven in 3 Kirchengemeinden Stämme. Diese waren:

  • 1. Stamm Chauken in St. Marien
  • 2. Stamm Friesen in St. Willehad
  • 3. Stamm Sachsen in Christus König

Seit 1950 bestehen nun in der Gemeinde Christus König Pfadfindergruppen, die heute den Stamm Wilhelmshaven bilden.

Soweit der Rückblick bis 1961!

Als ich 1968 zu den Pfadfindern kam gab es eine Roverrunde und eine Jungpfadfindergruppe. Dank Norberts Einsatz, als Leiter und Stammesführer, schaffte es der Stamm immer etwa 2 Pfadfindergruppen zu leiten, so daß der Stamm weiter bestand. Die wichtigsten Erlebnisse waren die vielen Wochenendfahrten und die jährliche große Fahrradtour in den Teuto, Lüneburger Wald, Dammer Berge, Ostfriesland, usw. die Norbert trotz seines Alters bis zuletzt immer noch durchführte. Die letzten Gruppen tagten meist bei Norbert zu Hause. Ein herzliches Dankeschön auch an seine Frau Carola, die Norberts Arbeit die ganze Zeit über mit getragen hat.

NEUANFANG in Christus König ’75

In F´groden fingen wir 1975 wieder mit einer Jungpfadfindergruppe an. Sie entstand aufgrund einer bestehenden Gruppe und der Amelandlager der Gemeinde Christus-König. Unsere erste Fahrt war in den Herbstferien nach Tossens mit sieben Jungpfadfindern. Da wir nur zwei Leiter waren hatten wir 1976 nur einen Trupp und fuhren ins „Hallo Freunde“ Lager nach Xanten. Beim „Festival der 5 Sinne“ in Westernohe ’77 fuhren von uns ein Juffi- und ein Pfadfindertrupp mit.
Im Sommer’78 wanderte der Pfadfindertrupp in 14 Tagen rund um den Harz. Der Jungpfadfindertrupp nahm über Pfingsten am Bezirkslager „… damit aus Fremden Freunde werden“ teil, und machte nach den Sommerferien eine Aktion zur Jahresaktion in WHV.
1979 waren wir nur ein Pfadfinder- und ein Jungpfadfindertrupp. Die Pfadfinder fuhren Pfingsten zur Bezirksmeisterschaft im Go-Kart fahren nach Steinfeld. Die Juffis blieben in der Nähe. Sie fuhren nach Schweinebrück, einem beliebten Platz von uns. Einige Leiter von uns fuhren im Sommer ins Behindertenlager des Bezirks nach Westernohe.
In den Herbstferien fuhren wir zum Stammeslager nach Steinfeld. Hier wurde ein Teil der Jungpfadfinder zu Pfadfindern. Der Pfadfindertrupp hatte das Roveralter erreicht, so daß wir jetzt drei Gruppen hatten und haben. 1980 war die große Fahrradtour durch Irland mit dem Pfadfindertrupp, wozu wir vorher eine Altpapieraktion durchführten, um die Teilnehmerkosten möglichst niedrig zu halten. Der Jungpfadfindertrupp radelte im Sommer durch Holland. Um neue Leiter zur Mitarbeit zu gewinnen fuhren wir im Oktober für ein Wochenende in die Jugendherberge Rüttelerfeld. Wir fanden einige Interessenten. Leider sind die meisten von ihnen noch nicht zur Gruppenarbeit gekommen. Über Neujahr ’80/’81 fuhren die Rover und Leiter in den Harz nach Bad Lauterberg um den Schnee zu genießen, der leider fehlte.
Im April ’81 sammelten wir zum 2.ten male Papier zu Gunsten der Jahresaktion „Behinderte machen mit“. 1000,- DM konnten dem Bundesamt überwiesen werden. Jetzt sitzen wir im Pfingstlager um die Feier unseres 50. Geburtstages in Kniphausen zu gestalten.

Olaf & Guido

Der Bezirksvorsitzende zu unserem Jubiläum

Als ich 1975 als Bezirksvorsitzender anfing wusste ich nur, dass in Wilhelmshaven eine kleine Gruppe unter der Leitung von Norbert Brüchle aktiv war. Als ich jedoch 1976 nach Xanten fuhr, war ich überrascht, daß der Stamm erstaunlich gewachsen war. Ich würde den Stamm gerne etwas näher kennen lernen, doch ich habe wenig Zeit.
Ich glaube die Gruppen der Pfadfinder können nur bestehen bleiben wenn es Leiter gibt, die bereit sind alles für die Gruppenarbeit zu tun. Also müssen neue Leiter sich in den Stamm einarbeiten. Die Gruppen im Bezirk sollten mehr zusammen arbeiten.
Ich hoffe, das der Stamm Wilhelmshaven trotz der heutigen Probleme noch lange bestehen wird und dass es immer wieder Jungen und Mädchen, und diese besonders, die 50 jährige Tradition weiterleiten.

Dieses Gespräch mit Bernd Varnhorn entstand
bei seinem Besuch am Pfingstsonntag 1981.